Ab August arbeiten unsere Kitas mit dem Sprachlerntagebuch

Eintrag vom: 10.08.2006 - 12:42 Uhr

In Zusammenhang mit den vielen inhaltlichen und strukturellen Veränderungen in der Berliner Kita-Landschaft innerhalb der letzten Jahre gibt es eine neue verbindliche Arbeits- und Dokumentations- grundlage für alle Berliner Kitas: Das Sprachlerntagebuch.
Mit dem 01.08.2006 erhält jedes Kind, das eine Kita im Land Berlin besucht, dieses sein ganz persönliches Dokument. Es ist ein Mittel zur Beobachtung, Dokumentation und Förderung der Entwicklung des Kindes und beinhaltet zunächst die Bereiche Sprache und Sprechen, Kommuniation und die ersten Ansätze zur Schriftsprache. Eine nächste Weiterentwicklung im Rahmen mathematischer Grunderfahrungen befindet sich in der Erarbeitung.

Der dicke grüne Ordner mit 98 Einlegeblättern, gehört dem Kind und seinen Eltern. Inhalt und Aufbau knüpfen an das Berliner Bildungsprogramm an. Das Analysieren und Erfassen seiner  kommunikativen und sprachlichen Leistungen stehen im Mittelpunkt. Ziel der Einführung dieses Instrumentes für die individuelle pädagogische Arbeit mit jedem Kind ist, dem Sprachentwicklungsprozess jedes Kindes im Alltag stärkere Aufmerksamkeit zu schenken, das Selbstbild des Kindes zu stärken.
Die vorgegebene Struktur bietet eine solide Basis für Beobachtungen in dialogischen Situationen und entsprechende Sprachent- wicklungsprozesse werden über die gesamte Kita-Zeit dokumentiert. Damit ist sowohl eine Voraussetzung für die individuelle Förderung des Kindes geschaffen als auch eine effektivere und planvollere Förderung der Fähigkeiten, die den Übergang in die Schule erleichtern, gesichert.

Und so ist das Sprachlerntagebuch aufgebaut: In den ersten Gesprächen mit den Eltern bei der Aufnahme und Eingewöhnung des Kindes in die Kita erfolgt die Erkund-ung der familiären Situation und der Kommunikationsformen des Kindes. Im Buch stellt sich das Kind in seiner jeweiligen Entwicklungsphase selbst vor „Das bin ich." Im Laufe der Kita-Zeit gibt es mit dem Kind 1-2 „Bildungs-interviews". Die Erzieher/innen treffen Aussagen zum Stand der sprachlichen Entwicklung und entsprechende Überlegungen zur Förderung des Kindes. Die „Lerndokumentation" zeigt Beobachtungen und Anregungen zur Sprachentwicklung mit dem Blick auf die Schuleingangsphase. Jede/r Erzieher/in erhält eine Handreichung zum Umgang mit dem Sprachlerntagebuch.

Das Sprachlerntagebuch begleitet das Kind während seiner gesamten Kita-Zeit und wird von Jahr zu Jahr mehr gefüllt sein. Die Dokumentationen führen die/der Erzieher/in des Kindes und das Kind selbst fügt seine eigenen Dokumentationen zu seiner sprachlichen und kommunikativen Entwicklung hinzu. Es bildet eine gute Grundlage für die regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgespräche mit den Eltern des Kindes und verdeutlicht Schwerpunkte für die weitere individuelle Förderung des Kindes.

Das Buch ist den Eltern immer zugänglich und soll von ihnen zur
Information genutzt werden. Im September 2006 werden wir in der Fachgruppe „Sprachentwicklung" mit der Erarbeitung von Standards zum Umgang mit dem Sprachlerntagebuch innerhalb unseres Kita-Bereiches beginnen und dazu in den regelmäßigen und intensiven fachlichen Austausch treten.

Wibke Reinsch, Kita-Koordinatorin

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Erstellt am 26.11.2002 | Letzte Aktualisierung: 04.10.2008