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Trainingswohnen

Im „Trainingswohnen" werden zum einen Jugendliche beraten, unterstützt und  begleitet, die kurz- bis mittelfristig einen Unterbringungsplatz benötigen, zum anderen werden Jugendliche in ihrer Selbstständigkeit so trainiert, dass sie  perspektivisch im eigenen Wohnraum leben können.

Kurz- und mittelfristige Unterbringung
Voraussetzung für die kurz- bis mittelfristige Betreuung ist eine zeitlich befristete Fremdunterbringung, die nicht in einer 24-Stunden-Kriseneinrichtung sondern in einer kleinen Gruppe mit individuell festzulegenden Betreuungszeiten erfolgen soll. Ziel dieser Unterbringung ist es, durch einen ressourcenorientierten Beratungsansatz  alle Beteiligten des Prozesses  in eine zeitlich nahe Klärung der Situation einzubinden. Eine dem Alter und Kontext entsprechende Ablösung von den Eltern soll mit der Bezugsfamilie und nicht gegen sie stattfinden. Die Haltung von Haustieren ist möglich.

Das Angebot richtet sich an Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren und junge Volljährige,
- die zur Bewältigung ihrer aktuellen Lebenssituation kurz- bis mittelfristig einen ruhigen Unterbringungsplatz in einer kleinen Gruppe mit individuell festzulegendem Betreuungsumfang benötigen
- die keine 24-Stunden-Betreuung brauchen bzw. sich in der aktuellen Lebenssituation nicht darauf einlassen können/wollen
- die bis zur Klärung einer weiteren Unterbringung einen Übergangswohnplatz mit individuell festzulegendem Betreuungsumfang benötigen
- bei denen eine Rückkehroption in die Familie geprüft werden soll
- die als nicht gruppenfähig eingeschätzt werden (z.B. auch Jugendliche mit der Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung  oder anderen psychosozialen Auffälligkeiten).

Längerfristige Unterbringung
Beim Training für das selbstständige Leben im eigenen Wohnraum beinhaltet die pädagogische Unterstützung auch eine Unterstützung beim Erreichen eines Schulabschlusses, Berufsausbildungen oder anderer Fördermaßnahmen. Das Leben in kleinen Zweizimmerwohnungen soll dem Schritt vor dem Betreuten Einzelwohnen vorausgehen. Es fordert die Jugendlichen noch einmal heraus, im Zweier-Kontakt soziale Kompetenzen zu üben. Sie müssen lernen, Rücksicht aufeinander zu nehmen, Konflikte anzusprechen und  den Haushalt gemeinsam zu führen.

Das Angebot richtet sich auch an Jugendliche, die
- längerfristig einen Wohnplatz brauchen und deren Ziel die Verselbständigung im eigenen Wohnraum ist
- denen eine sinnvolle Tagesstruktur fehlt und die Motivation mitbringen, dies zu ändern
- deren Selbständigkeitsgrad geklärt werden soll
- die häufige oder langjährige Jugendhilfeerfahrungen haben und viele Beziehungsabbrüche erlebt haben
- die straffällig geworden sind oder als Intensivtäter gelten
- die auffällige Beziehungsstörungen mitbringen oder als nicht gruppenfähig eingeschätzt werden
- die körperliche Gewalt- und Misshandlungserfahrungen haben
- die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind.
Jugendliche mit hartem, alltagsbestimmenden Drogenkonsum und der Diagnose „Psychose" können leider nicht aufgenommen werden.

Betreuungsleistungen des Teams
Das Team des Trainingswohnens besteht aus einer Sozialpädagogin und einem Erzieher. Vor dem Einzug gibt es ein ausführliches Aufnahmegespräch, in dem den Jugendlichen die Regeln und Bedingungen vorgestellt werden. Außerdem  wird vorab ein Treffen mit dem/der zukünftigen Mitbewohner/in organisiert. Eine grundlegende Bedingung ist die Bereitschaft zur Mitgestaltung des Hilfeprozesses. Die Jugendlichen werden mit einem kleinen Willkommensritual begrüßt. Nach dem Einzug steht den Jugendlichen sofort eine/n Bezugsbetreuer/in zur Verfügung. Der Aufbau einer tragfähigen Beziehung steht in den ersten Wochen im Vordergrund. Außerdem werden alle notwendigen Formalitäten erledigt. Arbeitsgrundlage für alle pädagogischen Prozesse in der individuellen Arbeit mit den Jugendlichen ist der Hilfeplan. Die Jugendlichen haben klare Ansprechpartner/innen, die ihnen in Krisensituationen auch außerhalb der Betreuungszeiten zur Verfügung stehen. Außerdem können sich die Jugendlichen in Notsituationen oder in der Nacht an die Kolleg/innen der BUK wenden.

Darüber hinaus bieten die Mitarbeiter/innen, die  des Trainingswohnens folgende Unterstützung an:
- Vermittlung von lebenspraktischen Fähigkeiten
- Förderung der emotional-sozialen Kompetenz und Stärkung der Gruppenfähigkeit
- Strukturierung des Tagesablaufes
- Mitwirkung bei der schulischen und beruflichen Förderung
- Förderung der Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben
- fallbezogene Erschließung, Nutzung und Einbeziehung der Lebenswelt der Betreuten
- Einbeziehung des Familiensystems (regelmäßiger Kontakt) und/oder Begleitung eines konstruktiven Ablöseprozesses vom Elternhaus
- regelmäßige Bilanz- und Gruppengespräche (Reflektion des Betreuungsprozesses)
- Netzwerkarbeit und Kooperation mit fachspezifischen Institutionen

Räumlichkeiten
Den Jugendlichen stehen zwei Zweizimmerwohnungen im zweiten Obergeschoss in der Schönhauser Allee 39 b zur Verfügung. Jede Wohnung verfügt über eine eigene Wohnküche. In einer der beiden Wohnungen befindet sich ein kleines Büro für die Mitarbeiter/innen. Die Jugendlichen können einen Computer mit Internetzugang nutzen.

Die Beratungsräume im Erdgeschoss können für alle hausinternen Projekte genutzt werden. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Krisenunterkunft mit neun Plätzen und 24-Stunden-Betreuung. Das Büro ist rund um die Uhr besetzt.

Im Soutarrain gibt es außerdem eine Werkstatt und einen Freizeitraum. Der jugendgerecht gestaltete Innenhof kann zum Beispiel für Tischtennis oder Grillabende genutzt werden.


 
 
 

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Kontakt
Trainingswohnen
Schönhauser Allee 39b
10435 Berlin

Ansprechpartner/innen: Anna Paris, Tilman Ebel

Fon:
 (0)30.44 02 38 28
Fax: (0)30.44 02 38 23
Mail: trainingswohnen@pfefferwerk.de
 

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Erstellt am 26.11.2002 | Letzte Aktualisierung: 17.08.2010