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Sozialraumorientierte Arbeit im "Kinderzimmer"

Eintrag vom: 10.10.2006 - 10:31 Uhr

Im Juni 2006 wurde von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport das Gutachten „Das Kinderzimmer: Ein sozialraumorientiertes Projekt?" in Auftrag gegeben. Hier wird die Arbeitsweise des Kinderzimmers hinsichtlich sozialräumlicher Kriterien überprüft und dargestellt. Das Kinderzimmer wird seit 1993 als Einrichtung für Kinder und deren Familien am Teutoburger Platz betrieben. Ursprünglich als offene Freizeit-einrichtung konzipiert und von Kindern aus sozial benachteiligten Familien genutzt, wurde das Kinderzimmer 2004 als präventives Modellprojekt im Vorfeld der Hilfen zur Erziehung weiter entwickelt. Ziel ist die gezielte Unterstützung sozial benachteiligter Kinder und deren Familien im Sozialraum, zu denen das Jugendamt ansonsten, trotz oft offensichtlich bestehendem Bedarf, kaum Zugang
hat. Offene Freizeitangebote wer-den gekoppelt mit der Bearbeitung komplexer Problemlagen der Kinder. Die Zusammenarbeit mit den Eltern wird gesucht, um sie aktiv in die Förderung ihrer Kinder mit einzubeziehen. In einem ressourcenorientierten Ansatz übernimmt das
Kinderzimmer Steuerungs- und Aktivierungsfunktion in den Familien und mit im Sozialraum tätigen Partnern.
In dem Gutachten kommen Prof. Dr. Ulrike Urban und Dipl. Päd. Philipp Sandermann zu dem Resümee:„ ... Bezogen auf die primäre Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen arbeitet die Einrichtung in einer Weise, die vollauf als sozialraumorientiert im Sinne eines aneignungstheoretisch -subjektorientierten Verständnisses bezeichnet werden kann. ... Das
sozialpädagogische Konzept von Sozialraumorientierung wird in diesem Falle nicht wie in sonst durchaus gängiger Weise - zu einer reinen sozialgeographischen Planungskategorie verkürzt.
Es wird stattdessen versucht, Sozialraumorientierung auch pädagogisch umzusetzen, indem die Mitarbeiter/innen nach dem Prinzip eines spontanen Raumbezugs mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten. Sie zielen in ihrem Vorgehen zentral darauf ab, bestehende Räume für die Kinder und Jugendlichen offen zu halten und ihnen darüber hinaus neue Räume zu eröffnen, wodurch neue Möglichkeiten und Sichtweisen auf das eigene Handlungsvermögen ... angeregt werden können. […] Das ‚Kinderzimmer' entspricht damit in Konzeption und Arbeitsweise vollauf einer modernen sozialpädagogischen Perspektive von Sozialraumorientierung." Das Gutachten kann auf der Kinderzimemr-Seite herunter geladen werden.

Susanne Birk | Fachleiterin Jugendsozialarbeit & Schule
Kaj Bergmann | Öffentlichkeitsarbeit

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Erstellt am 26.11.2002 | Letzte Aktualisierung: 31.05.2010