"Schritt für Schritt als Eltern fit" - Elterntraining an der Gustave-Eifel-Oberschule
Eintrag vom: 21.12.2006 - 11:42 Uhr
Nach ihrer Ausbildung zu Elterntrainerinnen bieten unsere beiden Sozialpädagoginnen, Grit Angermann und Conny Kirchgeorg-Berg, beide tätig in der schulbezogenen Jugendsozialarbeit an der Gustave-Eiffel-Oberschule, das STEP-Elterntraining nun an „ihrer" Schule an. Wie das bei den Eltern ankommt? Eine Teilnehmerin berichtet: Wenn Eltern in der Schule darauf hingewiesen werden, ein Elterntraining in Anspruch nehmen zu können, reagieren die meisten wohl eher skeptisch und ablehnend darauf. Umso überraschender und positiver ist es, dass sich Mütter und Väter von Schülerinnen und Schülern der 7. Klasse an der Gustav-Eiffel-Oberschule freiwillig für den STEP-Elternkurs bei den Schulsozial-Pädagoginnen Grit Angermann und Conny Kirchgeorg-Berg anmeldeten. Stellen Sie sich vor: Sie sind Eltern, haben die Schulzeit schön „überstanden" und entscheiden sich nun, ein Mal pro Woche einen Abend in der Schule ihrer Kinder zu verbringen, um sich dort Methoden zu erarbeiten, die ihnen einen besseren Umgang mit Konflikten ermöglichen sollen. Klingt das attraktiv? Wenn es funktioniert, ist diese Freizeit gut verwendet. Was ist STEP eigentlich? Das STEP-Elterntraining (STEP = Systematic Training for Effective Parenting) stammt aus den USA und ist dort führend unter mehr als 500 Elterntrainings. Prof. Dr. K. Hurrelmann, der die wissenschaftliche Evaluation des STEP Programms in Deutschland übernommen hat, betrachtet STEP als 'ein zutiefst demokratisches und humanes Konzept. „Die Stärke von STEP ist, dass das Programm ganz besonders bemüht ist, keine aufgesetzte Erziehungstechnologie zu vermitteln, sondern den eigenen Stil der Eltern gelten lässt und sie anleitet, sich einfache Muster anzugeignen, ohne Details vorzuschreiben. Eltern können das ‚Beziehungshandwerk' lernen." Schon beim 1. Treffen entwickelte sich eine vertrauensvolle Atmosphäre, die uns Eltern das Gefühl gab, hier finden wir Verständnis, Unterstützung, Gesprächspartner/innen und auch Spaß. Nach anfänglicher Zurückhaltung kamen wir intensiv ins Gespräch, untereinander und mit Conny und Grit. Die meisten Eltern unseres Kurses haben als Alleinerziehende die anspruchsvolle Aufgabe der Erziehung ihrer Kinder selbstständig zu absolvieren. So fehlt uns häufig der Austausch mit jemandem, der sich mit verantwortlich fühlt oder sich in einer ähnlichen Situation befindet. Diesen Rahmen bietet das Elterntraining. Die 5 Mütter und 2 Väter, die zur Zeit am Elterntraining teilnehmen, befinden sich nicht in einer Krisensituation mit ihren Kindern, sondern nehmen dieses Elterntraining aus Interesse und als Hilfe zur Selbsthilfe wahr. Grit und Conny bringen durch diverse Techniken der Visualisierung und der Gruppenarbeit (Rollenspiele, Kleingruppenarbeit) eine gute Grundstruktur in die Veranstaltung, lassen jedoch genug Raum für Ent-wicklungen in der Gruppe. Durch ihre eigenen Erfahrungen als Mütter zeigen Sie uns, dass es in der Erzie-hung der Kinder nicht darum geht, perfekt zu sein (da unmöglich), sondern darum, das Prinzip der "good enough mother" so gut wie möglich auszufüllen. Durch die verständnisvolle Art und dem ehrlichen Umgang mit eigenen Schwierigkeiten und Konflikten in der Erziehung ihrer Kinder haben Grit und Conny binnen kürzester Zeit eine offene und produktive Atmosphäre geschaffen. Die Eltern unseres Kurses haben Kinder, die keine über den üblichen Rahmen hinausgehenden Verhaltens- auffälligkeiten aufweisen. Wichtig ist es für die Zukunft, auch Familien in Krisen zu erreichen, damit auch diese Hilfe und Unterstützung durch den STEP-Elternkurs erhalten können. Bis dahin können sich Grit und Conny über ein durchweg positives Feedback von uns freuen und sicher sein, dass wir unsere guten Erfahrungen in die einzelnen Klassenkollektive tragen werden.
Peggy Krause | Teilnehmerin
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