JUGENDBERUFSHILFE
Die Jugendberufshilfe ist ein Angebot der Jugendsozialarbeit nach § 13 Abs.2 SGB VIII, ggf. in Verbindung mit Hilfe zur Erziehung nach § 27 Abs. 3 SGB VIII oder Hilfe für junge Volljährige nach § 41 Abs. 2 SGB VIII. Es werden nicht nur die im Ausbildungsrahmenplan geforderten Fachkenntnisse vermittelt, sondern auch die für die jeweiligen Berufsbilder notwendigen extrafunktionalen Kompetenzen (z.B. Teamarbeit, Selbstorganisation, Verantwortungsgefühl, Flexibilität, Belastbarkeit) trainiert. Das Angebot richtet sich an junge Menschen, die bereits wissen, dass und welche Ausbildung sie anstreben.
Ziele > Abschluss einer Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf gem. BBiG > Abbau bestehender Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsdefizite > selbständige Lebensführung und eigenverantwortliche Existenzsicherung > Befähigung des jungen Menschen, den Anforderungen des Arbeitsprozesses in Unternehmen des 1. Marktes zu genügen > Erlangung beruflicher Handlungsfähigkeit.
Zielgruppe Sozial Benachteiligte und/oder individuell beeinträchtigte junge Menschen ab 16 Jahren, die sozialpädagogische Hilfe auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung benötigen, um eine Berufsausbildung zu absolvieren bzw. ihre Bildungsperspektive und soziale Integration deutlich zu verbessern.
Spezifische Leistungsmerkmale Integrative Ausbildung bedeutet, dass die Teilnehmenden aus dem Jugendberufshilfekontext nach Möglichkeit in regulären Ausbildungsgruppen (SPR-Verbund) nach Jahrgängen und Fachrichtungen integriert werden. Viele Jugendliche wollen nicht als Maßnahmejugendliche, "die sowieso nichts können", gebrandmarkt werden und sind deshalb nicht motiviert, um auf diesem Weg eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Mit dem integrativen Ansatz wird erreicht, dass die Zielgruppe sich nicht in einer geschlossenen Gruppe gleich schwacher Auszubildender misst, sondern sich in einer heterogenen Gruppe frei entwickeln kann und neuen Ehrgeiz entwickelt.
Ausbildungsbausteine entsprechen betrieblichen Handlungsfeldern und decken den jeweiligen Ausbildungsrahmenplan auf drei Levels ab. Der didaktische Ansatz von Lernen und Handeln fördert die Motivation und Aufnahmefähigkeit von schulmüden, lern- und leistungsschwachen Jugendlichen. Den Qualifizierungsbausteinen sind extrafunktionale Fähigkeiten zugeordnet, die nicht in der Ausbildungsordnung stehen, aber für erfolgreiches berufliches Handeln im alltäglichen Produktionsprozess notwendig sind.
Die Dokumentation der einzelnen Qualifizierungsbausteine bietet den Teilnehmer/innen und allen Beteiligten die Möglichkeit, den Qualifizierungsstand zu überblicken.
Durch den modularen Aufbau mit den Ausbildungsbausteinen können junge Menschen zertifizierte Teilqualifikationen erwerben, so dass sie auch bei nicht Erreichen des Abschlusses erworbene Kompetenzen für berufliche Handlungsfelder nachweisen können.
Sozialpädagogische Begleitung Den jungen Menschen wird neben der ganzheitlich in alle Angebotsbestandteile einbezogenen Stärkung ihrer Persönlichkeit konkrete Unterstützung bei der Bewältigung ihrer persönlichen Problemlagen bedarfsorientiert angeboten. Die sozialpädagogische Begleitung verfolgt den Ansatz der "Hilfe zur Selbsthilfe". Sie beinhaltet Alltagshilfen, Unterstützung bei Formalien und Ämtern (z.B. BAB), Hilfestellung bei Problemlagen, entwicklungsbegleitende Beratung.
Neue Motivation Den Auszubildenden wird Beratung und Betreuung in persönlichen Fragen, bei Konflikten in der Ausbildung, oder im privaten Bereich angeboten. Damit wird die persönliche Entwicklung der jungen Menschen gefördert und stabilisiert. Gleichzeitig soll einem möglichen Ausbildungsabbruch vorgebeugt, Arbeitsfähigkeit her- und eine erfolgreiche Ausbildung sichergestellt werden.
Team Im multiprofessionellen Team arbeiten Fachausbilder/innen und Sozialarbeiter/innen. Nach ganzheitlichen Ansätzen werden gemeinsam die konkreten Ausbildungspläne für jede/n Auszubildenden abgestimmt und die individuellen Ausbildungshilfen geplant.
Berufsfelder Die i.d.R. dreijährige Ausbildung mit Ablegung der Facharbeiter/ -innen-Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer kann in folgenden Berufsfeldern erfolgen.
Gewerblich-Technisch > Fachkraft für Veranstaltungstechnik (3 Jahre)Mediengestaltung für Bild und Ton (3 Jahre) > Film- und Video-Editor/-in (3 Jahre) > Mediengestaltung für Digital und Print (3 Jahre) > Fachinformatik (3 Jahre) > IT-System-Elektroniker/in (3 Jahre) > Gestaltung für visuelles Marketing (3 Jahre)
Organisation / Kaufleute > Veranstaltungskaufleute (3 Jahre) > Kaufleute für audio-visuelle Medien (3 Jahre) > Medienkaufleute Digital und Print (3 Jahre) > Informatikkaufleute (3 Jahre) > Werbekaufleute / Kaufleute für Marketingkommunikation (3 Jahre) > Kaufleute für Marketingkommunikation - bis her Werbekaufleute - (3 Jahre) > Kaufleute im Einzelhandel (3 Jahre) > Kaufleute für Bürokommunikation (3 Jahre)
Gastronomie > Koch/Köchin (3 Jahre) > Restaurantfachleute (3 Jahre) > Fachkraft im Gastgewerbe (2 Jahre)
Ausbildungsorte Ausbildungszentrum Kiefholzstraße Kiefholzstraße 45, 12435 Berlin
Ab Sept. 2007: Pfefferberg, Christinenstraße 18/19, 10119 Berlin und weitere berufsbezogene Einsatzstellen beim Träger sowie Berufsschulen und spezifisch ausgewählte Kooperationsunternehmen
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