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22.11.2007 - 14:27 Uhr

"Schön, dass es Klein Wall gibt" - Ein Reisebericht der schulbezogenen Jugendsozialarbeit

Anfang der Oktoberferien fand in Kooperation zwischen dem Förderzentrum am Senefelderplatz und dem Sonderschulbereich der Schule am Birkenhof ein Work-Camp in Klein Wall statt. Die Teilnehmer/innen waren Jugendliche aus den neunten und zehnten Klassen. Den Wirren des Lokführerstreiks trotzend, pendelten wir am Tag der Anreise über Alex und Ostbahnhof bis Fangschleuse. Wir verlebten dort gemeinsam vier sonnige Herbsttage.

Die Idee für die Durchführung eines Work-Camps entstand als  das Ergebnis verschiedener, zu berücksichtigender Aspekte unseres Arbeitsfeldes. Einerseits sind das die geringen finanziellen Möglichkeiten unserer Jugendlichen (einige waren noch nie verreist), anderseits sind berufsvorbereitende Angebote Teil unseres Arbeitsauftrages. Es gab die Vereinbarung, an vier halben Tagen vor Ort zu arbeiten, um somit die Teilnehmer/innen-Kosten zu senken.
Die Tätigkeitsfelder waren vielseitig und erforderten kontinuierliches Arbeiten, um das Tagesziel zu erreichen. Wir arbeiteten in drei bis vier Gruppen, angefangen von Vorbereitungen, wie Materialbeschaffung, bis hin zur Durchführung und Aufräumarbeiten. Ein Arbeitsbereich war das Wiederaufarbeiten der Bungalowholzfassaden sowie die Überarbeitung der Hinweisschilder vor der Mühle. Hier wurde geschliffen, grundiert und lasiert. In einem anderen Bereich wurde gemalert: Ein Waschhaus wurde mit indianischen Motiven gestaltet  und eine Tür lackiert. Einen großen Raum nahmen die Gartenarbeiten ein. Dazu gehörten die Beseitigung des reichlich vorhandenen Laubes auf dem Gelände und das Zusammentragen diverser Holzvorräte.
Während der Fahrt waren wir Selbstversorger/innen.

Das Essen wurde uns gestellt und für die Zubereitung waren wir zuständig. Zum Glück gab es Burkhardt, der die Koordination und das Kochen übernahm. Unsere „Küchenteams" arbeiteten ihm dankbar zu und deckten und beräumten fleißig die Tische. In der freien Zeit wurden verschiedene Aktivitäten gemeinsam durchgeführt: eine Fahrradtour, Lagerfeuer, Grillen, Nachtwanderung, Volleyball, Fußball, diverse Gesellschaftsspiele und und und … Rund herum waren es gelungene Tage, an denen die Jugendlichen ihren Spaß hatten und verschiedene handwerkliche Berufe von der Planung bis zur Fertigstellung kennen lernen konnten. Es ging um die Stärkung von sozialen Kompetenzen, man unterstützte sich, entwickelte Gemeinsamkeiten und lernte Unterschiede zu akzeptieren. Es gab kein blaues Auge, aber es gab rege und lautstarke Diskussionen.  Es  wurden Kontakte geknüpft und das „nachhaltig". Viele der Jugendlichen treffen sich immer noch an den Wochenenden.

Klein Wall bietet mit seinen vielfältigen Ressourcen und den kooperationsfreudigen Kolleg/innen immer wieder Möglichkeiten für verschiedenste Projekte. Johannes und sein Team haben uns tatkräftig unterstützt, wo sie nur konnten, und „durchgehalten". Danke! Wir kommen wieder! ...          

Susan Porath-Weiß & Michael Friedrich
Schulbezogene Jugendsozialarbeit an Förderzentren / Sonderschulen

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Erstellt am 26.11.2002 | Letzte Aktualisierung: 31.05.2010